Das ist kein Kloß in meinem Hals,/
das, was mir den Atem raubt,/
die Sprache verschlägt,/
den Mund austrocknet,/
die Stimme zerkratzt./

Das, das da brennt in der Kehle,/
das ist ein kleiner Igeldrache./
 
Vor einigen Jahren zog er ein/
und hat sich in mir eingenistet./
Er ist diskret und pflegeleicht,/
meist spüre ich ihn kaum./
Nur wenn sich jemand uns nähert/
mit Fragen oder Aufforderungen,/
mit Blicken oder Tönen,/
die etwas zu eilig, etwas zu tief zielen,/
etwas aus mir herauslocken möchten,/
das an ihm vorbei soll,/
dann spuckt er Funken,/
dann kugelt er sich zusammen,/
dann glüht er spitz in meinem Rachen./

Ein paar Stunden harrt er mindestens aus,/
zuweilen vermutet er tagelang/
Eindringlinge – oder Ausdringlinge?/
Nichts dringt mehr herein oder heraus,/
an Igeldrachen kommt nichts vorbei./
Höchstens ein Schluck Wasser –/
wenn es denn langsam fließt,/
er keine Fluten fürchten muss,/
dann zieht er die Stacheln wieder ein,/
wird fast weich./

Was bleibt, ist nur ein leichtes Brennen/
und die Frage,/
ob er nun Gast oder Teil von mir ist?/

Notiz, falls du dich wiedererkennst: Du bist okay. Sprich mit deinem Umfeld und/oder hol dir professionelle Hilfe dazu, wenn du denkst, dass es dich weiterbringen könnte. Es muss nicht für immer so sein. Gib dir Zeit. Du zählst. Pass auf dich auf.

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